Lage in Libyen weiter angespannt

Offensichtlich gelingt dem Nationalen Übergangsrat trotz schwerer Kämpfe ein erster Erfolg um die umkämpfte Stadt Sirte. Ein Vorort – der angebliche Geburtsort Gaddafis – sei erobert. In Kasr Abu Hadi – 20 km von Sirte entfernt – soll Muammar el Gaddafi 1942 in einem Zelt geboren worden sein. Ein Ende der Kämpfe um Sirte scheint aber noch nicht absehbar.

Eine zweitägige Feuerpause nutzten am Wochenende mehr als zehntausend Bewohner zur Flucht um diesen heiß umkämpften Ort. Zwischenzeitlich haben die Truppen des Übergangsrates Sirte wieder Beschuss genommen. In Sirte sammeln sich die letzten Kämpfer des am 21. August 2011 gestürzten Diktators. Eine Einahme der Stadt hätte aber nicht nur moralische Bedeutung für die Neuausrichtung des Landes. Libyen wäre dann befreit. Der Übergangsrat hat für die Zeit nach der Befeiung auch schon eine neue Übergangsregierung angekündigt.

Längst arbeiten die Mitglieder des Nationalen Übergangsrates an einer neuen Verfassung. Bis 2013 soll der Prozess der Demokratisierung abgeschlossen sein. Gleichzeitig muss der Rat aber auch die Übergriffe einzelner Revolutionstruppen gegen Zivilisten und vermeintliche Gaddafi-Getreue beenden. Die Berichte über massive Folterungen und die ungerechtfertigte Verhaftung Tausender wird mittlerweile auch von vielen Menschenrechtsgruppen kritisiert. Darüber hinaus sollen die hygienischen Verhältnisse in den Gefängnissen katastrophal sein.

Ernsthafte Sorgen bereitet Berichten zufolge dem Übergangsrat und der Nato das Verschwinden von Boden-Luft-Raketen. Die Nato spricht von mehr als 10.000, die Aufständischen bestätigen die Zahl von 5.000. Insgesamt soll das Gaddafi-Regime mehr als 20.000 dieser Waffen erworben haben.. Es ist nicht auszuschließen, dass die Raketen in die Hände von Terroristen gelangt sind. Mit der „Fliegerfaust SA-7“ kann ein Einzelner ein startendes oder landendes Flugzeug abschießen. Erinnerungen an den Attentatsversuch in Mombasa werden wach.

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