Der Aufstand in Bahrain unterscheidet sich grundsätzlich von den übrigen Revolutionen im arabischen Raum. Primärer Auslöser war tatsächlich die Finanzkrise und erst Monate später wurde daraus ein Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten, also ein religiös ethnischer Konflikt.
Im Laufe der letzten Finanzkrise kam es, wie überall im westlichen Wirtschaftsraum, zu Bankenpleiten und Verlusten bei großen Versicherungen und Fonds. So nicht anders in Bahrain. Mehrere Staatstragende Banken gingen pleite, ebenso musste der staatliche Fond Mumtalakat heftige Verluste hinnehmen.
Einen Rettungsschirm wie für Griechenland gab es nicht, so dass es zu einer Reihe von Dominoeffekten kam, die in rasender Geschwindigkeit die bahrainische Wirtschaft befiel und somit sehr schnell weite Kreise der Bevölkerung erreichte.
Aus den anfänglichen Protesten entwickelte sich ein religiös-ethnischer Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten, zwei sich ziemlich gegensätzlich gegenüber stehenden Richtungen des Islam. In Bahrain ist die Lage so, dass etwa 60 Prozent der Bevölkerung schiitisch sind. Diese werden jedoch vom herrschenden sunnitischen Königshaus unterdrückt und zu Menschen zweiter Klasse abgestempelt, so jedenfalls das Aufbegehren der Demonstranten. Zusätzlich wurden noch mehr Rechte und Mitbestimmung gefordert.
Das Militär ging mit großer Härte gegen die Demonstranten vor. Es wurde scharf, mit Gummigeschossen und -Schrot sowie Tränengas geschossen. Mehrere dutzend Menschen starben oder wurden verletzt. Sogar Panzer wurden eingesetzt. Verstärkt wurde das bahrainische Militär noch durch 1.000 Soldaten aus Saudi-Arabien und 500 Polizisten aus den Vereinigten arabischen Emiraten, die sich aktiv am Geschehen beteiligten. Die Saudis befürchteten ein Übergreifen der schiitischen Proteste auf ihre eigene schiitische Minderheit und damit ein Erstarken dieser Bewegung.
Auch nach der gewaltsamen Unterdrückung des Aufstandes nahm die Gewalt kein Ende. Aufständische wurden verhaftet, erschossen, verschleppt oder verschwanden einfach.
Aus dem Ausland hat Bahrain wenig zu befürchten. US-Außenministerin Clinton sprach sich zwar pflichtgemäß gegen die angewandte Gewalt aus, dabei wird es aber auch bleiben, denn Bahrain ist ein wichtiger Verbündeter der USA.
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