Mubarak verliert die Unterstützung des Militärs

Am Montag dem 31. Januar verlor das Regime Mubarak die Unterstützung des Militärs. Ein hoher Offizier stufte im ägyptischen Staatsfernsehen die Forderungen der Demonstranten als legitim ein und kündigte an, dass es von Seiten des Militärs keine gewaltsamen Übergriffe mehr auf die Bevölkerung geben werde. Diese Nachricht wirkte wie ein massiver Befreiungsschlag für das gesamte Land. Das Militär blieb zwar auf den Straßen, beschränkte aber seine Aktivitäten auf den Schutz vor Plünderungen.

Schon am nächsten Tag kam es zum „Marsch der Millionen“. Allein in Kairo waren schätzungsweise mehr als zwei Millionen Menschen auf der Straße. Proteste diesen Ausmaßes hatte es seit dem Machtantritt von Mubarak nicht mehr gegeben! Die Reaktionen Mubaraks waren für die Demonstrierenden enttäuschend. Er kündigte lediglich an, er werde für keine weitere Amtszeit mehr kandidieren. Kein Wort von Rücktritt. Außerdem wolle er das Gespräch mit der Opposition suchen.
Das dies taktisches Geplänkel war, lag offen auf der Hand und entsprechend waren die Reaktionen der Opposition. Hier tat sich besonders Mohammed el Baradei hervor.

Militär und Demonstranten arbeiten hier auch erstmals Hand in Hand. Sowohl Demonstranten als auch Soldaten kontrollierten den Zugang zum Tahir-Platz, verweigerten Mitarbeitern des Innenministeriums den Zutritt und sorgten dafür, dass keine Waffen auf den Platz gelangten.

Trotzdem gab es im Land noch immer Anhänger Mubaraks. Am Abend dieses Tages kamen etwa 200 Anhänger von ihm zusammen, um mit Schildern und Plakaten für das Regime zu demonstrieren. Allerdings verliefen sich solche Gegendemonstrationen meist sehr schnell wieder von selbst.

Am Mittwoch dem 2. Februar wurde vom Militär erstmals gefordert, dass die Bevölkerung zur Normalität zurückkehren solle. Das Ziel der Proteste sei erreicht, es werde eine Überprüfung der letzten, vermutlich manipulierten, Wahlen geben und das regierende Parlament sei bis dahin beurlaubt. Um dies zu untermauern, wurde am Nachmittag das Internet wieder angeschaltet (Soziale Netzwerke waren aber immer noch zum Teil gesperrt) und der Zeitpunkt der Ausgangssperre von 14.00 auf 17.00 Uhr verlegt.

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