Aug

29

2011

Die Revolution in Syrien und die Rolle des Militärs

Abgelegt in Syrien

Die Lage in Syrien ist derzeit sehr schlimm. Doch das gilt für alle 15 von der arabischen Revolution betroffenen Länder. Schon der Verdacht auf Widerstand und Aufruhr lässt das Regime Assad zu härtesten Mitteln greifen. Dabei wird selbst nicht vor Kindern halt gemacht.

Auslöser und Ursachen der Revolution in Syrien
Der letzte Umstand war es auch, der den Aufständen in Syrien eine ganz neue Qualität brachte.Präsident Assad setzte bis dahin auf Abschreckung durch das Militär und den Geheimdienst. Nachdem es im ganzen Land schon brodelte und kochte, sprühten Kinder regimefeindliche Parolen an Häuserwände. Einige von ihnen wurden daraufhin getötet. Dies war praktisch der letzte Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte.

Konnte man vorher im Land nur eine sehr starke allgemeine Unzufriedenheit verzeichnen, so kam es jetzt in mehreren Orten zu Anti-Assad-Demonstrationen. Assad reagierte darauf mit großer Härte und setzte sofort das Militär ein. Ein desertierter Scharfschütze berichtete, wie aufgehetzte Soldaten von ihren Vorgesetzten den Befehl erhielten, so viele Demonstranten wie möglich zu töten.
Die Scharfschützen wurden gezielt angewiesen, auf Herz und Kopf der Demonstranten zu schießen. Er selbst habe daneben geschossen und sagte, es gab so viele Tote, dass es seinen Offizieren nicht auffiel…
Ebenso berichtete er von Zivilisten, die vom Militär mit Waffen ausgestattet wurden. Später sah er diese Zivilisten, wie sie ihre Waffen auf Soldaten richteten, um ihnen einen Grund zu geben, auf Zivilisten zu schießen. Soldaten, die diesen Befehl verweigerten, wurden getötet.

So ist zum Beispiel von einem Soldaten die Rede, der am Abend verweigerte, weiter auf die eigenen und unbewaffneten Leute zu schießen und der am nächsten Morgen tot war. Die Täter waren angeblich Spione. Nachdem allein aus seiner Einheit über 150 Soldaten desertiert waren, verabredete er sich mit Kameraden zur Flucht und ist heute in der Türkei.

Die Soldaten waren und sind extrem indoktriniert. Sie sind innerhalb ihrer Kasernen gefangen und haben als Informationsquelle nur das staatliche Fernsehen und ihre Offiziere. Viele werden erst vor Ort wach, doch nur wenige haben den Mut, Schießbefehle zu verweigern. Doch trotz der schweren Gegenwehr des Regimes werden die Proteste immer größer. Inzwischen sind nach den traditionellen Freitagsgebeten mehr als 1 Million Menschen auf den Straßen. Und das Regime gibt sich noch immer nicht geschlagen.

So wurden zum Beispiel in Damaskus 12 Menschen getötet, als das Militär in Damaskus das Feuer auf eine Demonstration von 20.000 Menschen eröffnete. Insgesamt starben bisher etwa 1.400 Zivilisten und 340 Sicherheitskräfte.

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